Jahr: 2020

DILL-SAMEN SELBST VERMEHREN

Dill und Dill Samen sind vieleseitig verwendbar und das Kraut ist zudem sehr dekorativ. Ob als Beigabe im Blumenstrauß, im Gurkenglas, im Tee oder als Schädlingsbekämpfer im Garten – Dill wird gleichermaßen von Köchinnen und Köchen, Gärtnerinnen und Gärtnern, Floristikerinnen und Floristikern sowie von Hausmittelfans geliebt und zu vielen Gelegeneheit verwendet. Mit seiner lichten Höhe und seinem zarten Look sieht das Gewürz zudem einfach gut aus und verschönert Garten und Balkon. Sobald ihr eine erste Generation von Dill erfolgreich angepflanzt habt, könnt ihr ihn ganz leicht selbst vermehren. Dazu müsst ihr nur die Dillsamen ernten. Das ist kinderleicht und hier erfahrt ihr wie es geht.

Samenfeste Dill Samen

Wenn ihr eure eigenen Dill Samen gewinnen möchtet, dann achtet darauf, dass ihr samenfeste Sorten anpflanzt. Das biozertifizierte Saatgut von STADT LAND blüht ist selbstverständlich samenfest und funktioniert im Anbau hervorragend. Von allen selbst gezogenen Pflanzen könnt ihr die Samen ernten und im Folgejahr die Früchte in gleicher Qualität genießen. Warum Bio Samen so wichtig für die Vielfalt in unserer Natur sind, erfahrt ihr in unserem Beitrag zum Saatgut-Check.

Die Aussaat der Dill-Samen

In unserer Anleitung für Dill könnt ihr Schritt für Schritt nachlesen, wie ihr das Saatgut am besten aussät und die Pflanzen großzieht. Es gibt zudem veschiedene Dill-Sorten, daher hier daher nur das Wichtigste:  Das Kraut Dill ist ein Pfahlwurzler und mag es nicht, umgesetzt zu werden. Ab April, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, könnt ihr die Dillsamen in einen tiefen Kübel auf dem Balkon oder an Ort und Stelle an einem sonnigen Standort im Garten aussäen. Dill keimt sehr schnell. Daher könnt ihr das Saatgut problemlos bis Juni aussäen und noch im gleichen Jahr die Dillsamen ernten. Wenn er zu eng steht, zupft ihr die überschüssigen Keimlinge einfach aus. Einmal groß geworden, braucht der Dill nicht viel Pflege und vor allem auch keinen Dünger.

Dill im Garten anbauen

Dill ist eines der wenigen Kräuter, die nährstoffhaltigen Boden lieben. Daher passt er besonders gut in Gemüsebeete. Achtet hierbei jedoch darauf, mit wem er sich das Beet teilen soll. Denn Dill ist zwar für die meisten Pflanze ein fantastischer, weil schützender Nachbar. Mit sich selbst ist Dill jedoch unverträglich. Achtet daher auf einen 30cm Abstand in der Reihe. Negativ wirkt sich auch die Nachbarschaft mit Basilikum, Gartenkresse und anderen Doldenblültern wie Petersilie oder Fenchel aus. In unserem Beitrag über Mischkulturen findet ihr noch mehr Infos über das Zusammenwirken verschiedener Gemüsesorten und Kräuter.

Tipp 1: Dill ist ein guter Nachbar für die meisten Gemüsesorten. Dazu gehören beispielsweise Gurke, Möhren, Salat, Rote Bete, Kohl, Zwiebel, Bohnen und Erbsen.

Tipp 2: Dill ist ein Doldenblüter und diese solltet ihr möglichst nur in einer Fruchtfolge anbauen. Das heißt ihr wechselt den Standort jedes Jahr, erst nach 4 Jahren kommt er wieder in das erste Beet.

Tipp 3:  Dillsamen brauchen einen Kältereiz, der die Keimhemmung abbaut. In freien Natur versamt sich der Dill selbst, liegt über den Winter in der Erde und keimt in nächsten Frühjahr. Daher solltet ihr eure selbst geernteten Dill Samen im gleichen Jahr noch an den gewünschten Stellen im Garten aussäen oder eine Weile im Eisfach aufbewahren.

Tipp 4: Dillsamen keimen bei kühleren Temperaturen besser als bei warmen. Daher empfehlen einige Gärtner, die Samen vor der Ausaat mit kaltem Wasser zu waschen.

Dill und Dill Samen ernten

Dill ist eine vielseitig verwendbares Gewürzpflanze,  die während ihrer gesamte Vegetationsperiode zwischen Mai und Oktober beeerntet werden kann. Nach nur einem Monat und wenn die Triebe rund 20cm lang sind, könnt ihr die ersten zarten Stängel pflücken. Gut eingewickelt in einem feuchten Tuch hält sich die frische Dillernte bis zu 3 Wochen im Kühlschrank. Um einen Vorrat anzulegen ist der besten Erntezeitpunkt zu Beginn der Blüte. Dann enthält der Dill das meisten Aroma und lässt sich kleingehackt auch einfrieren.

Wenn ihr ausreichend grüne Dillspitzen geerntet habt, könnt ihr einzelne Pflanzen ausblühen und die Samenkapseln heranreifen lassen. Die hohen Dillpflanzen sehen wunderschön aus und ziehen zahlreiche bestäubende Insekten an. Sobald sich die Dillsamen braun verfärben, sind sie reif. Das ist der richtige Zeitpunkt, um die gesamte Blüte mit dem Stängel abzuschneiden.

Dill Samen trocknen und lagern

Die geernten Blütenstände bindet ihr zu einem Strauß, den ihr kopfüber zum Trocknen an einen gut belüfteten Ort aufhängt. Und da sich die kleinen zweigeteilten, hellbrauen Samen oft schon während des Trocknens  lösen, empfehlen wir, eine kleine Papiertüte über die Blütendolden zu stülpen. Dazu könnt ihr beispielsweise Butterbrottüten nehmen und sie mit einem Haushaltsgummi hinter den Blütenständen befestigen.

Die gut durchgetrockneten Dill Samen lagert ihr in einem luftdichten Behälter. So behalten sie besonders gut ihr Aroma. Neben kleinen Einmachgläser wie alte Marmeladengläser eignen sich auch Papiertütchen  zur Aufbewahrung von Saatgut. Egal für welche Behältnisse ihr euch entscheidet, ihr solltet sie aber unbedingt mit dem Ernte-Datum beschriften.

Verwedung von Dill und Dillsamen in der Küche

Ob kulinarisch oder heilkundlich, Dill und Dill Samen haben viele Qualitäten. In der Küche kommen die gesamte Dillpflanze zum Einsatz: von den zart-gefiederten Dillspitzen über die Blätter, Blüten bis zu dem Dill-Samem. Geschmacklich erinnert Dill an Fenchel und aromatisiert Fischgerichte, Quark, Kräuterbutter, Salate und vieles mehr. Besonders süß schmecken die aufgeblühten Dillkronen, die man auch als Gurkenkraut bezeichnet. Wie der Name verrät, eignet es sich insbesondere, um eingelegte Gurken und Gurkensalat zu würzen. Etwas herber im Geschmack sind die Dillblätter und am intensivsten schmecken die Dill-Samen.

Verwendung von Dill und Dill Samen in der Heilkunde

Die ätherischen Öle der Dillpflanze gelten als appetitanregend und antibakteriell. Insbesonderen die Dill Samen werden als Hausmittel gerne bei Blähungen und Völlegfühl verwendet. Aufbebrüht als Tee sollen sie bei Verdauungsproblemen und Schlaflosigkeit helfen. Aus den Dillsamen wird auch Dillwasser hergestellt, dass verdauungsfördernd wirken soll. Im Mund direkt zerkaut helfen die Samen durch ihre antibakterielle Wirkung gegen Mundgeruch.

Aus den Dillsamen wird auch Öl gewonnen, dass beruhigend und krampflösend wirkt. Säuglingen kann damit der Bauch massiert werden. Stillende Frauen reiben ihre Brust damit ein, um den Milchfluss anzuregen. Auf Würfelzucker getropft ist das Öl eine schnelle Hilfe bei Krämpfe im Bauchraum.

Heilend wirkt Dill sogar schon im Garten. Mit ihren für uns angenehmen Dufststoffen vertreibt die Pflanze bestimmte (Wurzel-) Schädllinge und fördert zugleich die Keimung anderer Pflanzen.  Damit ist Dill eine tolle Pflanze für die Mischkultur.

Die Herkunft und Geschichte von Dill

Dill gehört zur Familie der Doldenblülter und bildet die eigene Gattung der Anethum. Er ist einjährig und kann unter guten Bedingungen bis zu 1,30m Meter hoch werden. Wir kennen vor allem den gezüchteten Gartendill. Er ist kräftiger und größer als der gemeine Ackerdill und weist einen einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen auf.

In der Umgangsprache wird der Gartendill auch Gurkenkraut, Dillich, Blähkraut, Gurkenkümmel oder Kümmerlingskraut  genannt. Seine Qualitäten sind seit Jahrtausenden bekannt und ebenso lang wird er schon angebaut und verwendet. Ursprünglich stammt das Kraut vermutlich aus Südostasien und verbereitete sich von Ost nach West. Schon im Alten Ägypten war die Kulturpflanze bekannt und so beliebt, dass sie sogar als Grabbeigabe fungierte. Die Bezeichnung „Dill“ geht auf das Altgriechische „dylle“, das heißt soviel wie „beruhigen“ oder „mildern“.

 

 

 

Petersilie-Samen vermehren

In kaum einer Länderküche ist die beliebte Petersilie wegzudenken. Die kleinen runden und dunklen Petersilie-Samen sind für den Anbau des würzigen Küchenkrauts unabdingbar. Es gibt vielerlei Sorten, wir kennen die Pflanze vorallem in krauser und glatter Form. Erstere mag dekorativer sein, aromatischer ist jedoch die glatte Form, die auch bei uns im Sortiment ist.

Die Herkunft der Petersilie

Die Petersilie mit lateinischem Namen Petroselinum crispum ist auch als Peterling, Peterle, Suppenwurzel oder Bittersilche bekannt. Das Kraut stammt aus dem Mittelmeergebiet, wo es seit der Antike kultiviert wird.

Das seitdem so beliebte Küchenkraut gehört zu der Familie der Doldenblütler. Die Petersilie ist zweijährig und blüht demnach erst in ihrer zweiten Vegetationsperiode. Erst dann können also auch die Petersiliensamen geerntet werden. Wie alle Doldenblütler wird Petersilie ausschließlich durch Samen vermehrt.

Der Anbau der Petersilie

Das Kraut kann zu Beginn etwas kapriziös sein, denn nicht immer gelingt der Petersilien-Anbau auf Anhieb. In unserer Pflanzanleitung mit Video lernt ihr alles über den erfolgreichen Anbau dieser Pflanze. Für eine Aussaat direkt ins Freiland wartet ihr am besten den August ab, um Problemen mit Krankheiten und Schädlingen möglichst aus dem Weg zu gehen.

Fühlt sich die Petersilie erst einmal heimisch, dann treibt sie im ersten Jahr Blätter in Hülle und Fülle. Und weil sie im ersten Jahr eben noch nicht blüht, lohnt sich ihr Anbau gleich doppelt: Im ersten Jahr erntet ihr die zarten Blätter und im Folgejahr die Petersilie-Samen. Ab dem dritten Jahr könnt ihr dann mit eurem eigenen Saatgut weitermachen.

Aber aufgepasst: Als Doldenblütler verträgt sich die Petersilie nicht mit anderen Doldenblütlern wie Möhren, Dill oder Sellerie und damit auch nicht mit sich selbst. Das heißt für euch, dass ihr sie nach zwei Vegetationsperioden in ein anderes Beet aussäen solltet. Frühestens nach 5 Jahren  – so heißt es, sollte sie erst wieder am gleichen Standort ausgesät werden.

In der Mischkultur könnt ihr Petersilie gut mit Spinat, Lauch, Mangold, Tomaten und Radieschen ins Beet pflanzen.

Petersilie-Samen gewinnen

Wie schon erwähnt, sind Petersilienpflanzen zweijährig und blühen im zweiten Jahr in den Monaten Juni und Juli. Die Blütenstände werden durch Insekten befruchtet. Nach der Blüte reifen die Samen heran. Diese sind zunächst hellgrün, dann beige und schlussendlich braun. Erst dann sind sie reif und könnten geerntet werden.

Aber aufgepasst: Nach der Blüte sind die Blätter nicht mehr zum Verzehr geeignet. Sie gelten sogar als giftig, weil ihr Apiol-Gehalt steigt. Am besten reißt ihr die Pflanze nach der Samen-Ernte komplett aus und werft sie auf dem Kompost.

Auch die Samen sind aufgrund des hohen Apiol-Gehalts giftig. Petersilie-Samen dürfen nicht erreichbar für Kinder oder Haustiere sein. Bitte räumt sie also sofort nach der Ernte gut weg.

Petersiliensamen ernten

Um möglichst viele und keimfähige Petersilie-Samen zu gewinnen, folgende Tipps für euch:

  • Lasst nur die stärksten und gesündesten Petersilienpflanzen nach der ersten Vegetationsperiode stehen. Alle schwachen oder kranken Pflanzen reißt ihr aus.
  • Wartet ab, bis die meisten Samen an der Dolde wirklich dunkel sind. Erst dann sind die Petersiliensamen wirklich reif und keimen später gut.
  • Die früh gereiften Kräutersamen sind in der Regel hochwertiger als die später im Sommer geernteten Samen. Daher solltet ihr die erste Ernte getrennt aufbewahren und dementsprechend beschriften.

Die Ernte der Petersilie-Samen

Wenn die Dolden größtenteils dunkle Samen haben, sind sie bereit, geerntet zu werden. Dazu drückt ihr die Dolden ein wenig zusammen und schneidet die Stiele kurz darunter ab. Die Samen fallen sehr leicht raus, daher solltet ihr die Dolden gut festhalten und am besten gleich in eine Papiertüte geben.

In der Tüte können die gesammelten Petersiliensamen gegebenenfalls weiter reifen oder trocknen. Am besten legt ihr dazu die Tüte mit dem Saatgut in die Sonne. Nach rund zwei Wochen schüttelt ihr die Tüte nochmal durch und könnt dann die leeren Dolden rausnehmen. Petersilie-Samen halten in der Regel bis zu drei Jahren. Aufgrund der langen Keimdauer von rund drei Wochen macht ein Keimtest für Hobbygärtner bei der Petersilie wenig Sinn, sät sie besser direkt ein. Petersiliensamen findet ihr bei uns im Shop im Einzeltütchen, in der grünen Box sowie in unserer Bio Saatgut-Box Kräuter, die immer ab ca. Januar bei dm erhältlich ist.

Cosmea-Samen selbst vermehren

In diesem Beitrag dreht sich alles um das Gewinnen eigener Cosmea-Samen. Denn diese ebenso charmante wie unkomplizierte Schönheit ist ein Must-Have in jedem naturnahen Garten und auf jedem Balkon! In einem Porträt unserer Lieblingspflanzen haben wir euch „Das Schmuckkörbchen, die  filigrane Sommerblume“ bereits ausführlich vorgestellt. Daher beschränken wir uns hier auf die Gewinnung des eigenen Saatguts.

Die Cosmea und die Samen der Cosmea

Cosmos bipinnatus, so lautet ihr botanischer Name, ist eine hoch wachsende Pflanze mit leuchtenden Blüten und fiedrigen Blättern. Kosmeen sind echte Hingucker und für bestäubende Insekten das ganze Jahr über eine hochwertige Nahrungsquelle.

Damit ihr euch nun jedes Jahr an prachtvollen Cosmea Blumen erfreuen könnt, empfehlen wir euch, einmalig in hochwertiges, samenfestes Cosmea-Saatgut zu investieren. Wenn ihr dann eine Pflanze ausblühen lasst, könnt ihr eure eigenen Cosmea-Samen ernten. In der nächsten Saison habt ihr dann gleich bestes Saatgut zur Hand.  Wie die Aussat garantiert gelingt, lest ihr ganz einfach in unserer ausführliche Pflanzanleitung.

Cosmea-Samen ausreifen lassen

Gefällt es dem zierlichen Korbblütler in eurem Garten gut, dann breitet er sich gegebenenfalls auch von alleine aus. Die Früchte, also die Samen, fallen dann am Ende des Sommers von den verwelkten Blüten direkt auf den Boden. Dort überwintern sie und keimen bestenfalls im nächsten Jahr.

Wenn euer Garten aber frostgefährtdet ist, der Boden oft nass und der Standort eher windig, dann solltet ihr die Samen der Cosmea besser händisch ernten. Gleiches gilt für Kosmeen auf der Terrasse oder dem Balkon. Damit stellt ihr sicher, dass ihr euch im nächsten Jahr wieder an diesen schönen Zierblumen erfreuen könnt.

Cosmea-Samen ernten

Sobald eure Blumen im September ausblühen, ist es Zeit, die Cosmea-Samen zu ernten. Bis dahin haben euch die Kosmeen schon vier oder fünf Monate mit ihren leuchtenden Blüten im Garten oder auch in Schnittblumensträußen erfreut.

Die Samenkörner sind leicht zu erkennen: Sie sind schmal-spindelförmig, schwarz und meist etwas gebogen. Ihre Länge beträgt 5 bis 10 mm. Sie sehen aus wie schwarze, ein wenig zu groß geratene Kümmelkörner.

Statt auf das langsame Abblühen zu warten und die Samen von den Altpflanzen schließlich abzusammeln, könnt ihr eure Cosmeen auch schon bei einsetzender Welke abschneiden. Die geernten Stiele hängt ihr dann mit den Blüten-Köpfchen nach unten über Zeitungspapier. Sind die Blüten vollständig trocken, fallen die Cosmea-Samen auf das Papier. Ganz bequem könnt ihr sie nun in ein dunkles Behältnis schütten. Wichtig ist, dass ihr die Blumensamen nicht zu kalt lagert, denn Kosmeen vertragen keinen Frost. Der Dachboden oder ein geschützter Schuppen eignen sich besonders gut zum Überwintern der Samenfrüchte.

Nach dem Tocknen bewahrt ihr das Saatgut trocken und dunkel bis zum Frühjahr auf.

Zusammengefasst:

  • Cosmea-Samen im September ernten oder welke Blüten schneiden und die Blumensamen auffangen
  • Das Saatgut so weit trocknen, dass Schimmel keine Chance hat.
  • Die Samen frostfrei, trocken und dunkel lagern.

10 Tipps zum Gemüsebeet anlegen von der GartenFlora (Gastbeitrag)

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete – auch beim Gemüsebeet

Bevor Sie ein Gemüsebeet anlegen, sollte eine gute Planung der Umsetzung vorausgehen. Was erwarte ich mir von meinem Nutzgarten? Was schmeckt mir? Wieviel kann ich wirklich verwerten?

Zur Beetplanung eignet sich eine Skizze, in der die Maße festgelegt werden. Ein Pflanzplan hilft dabei, Übersicht zu gewinnen. Dort werden alle gewünschten Gemüsesorten gelistet, ihr idealer Platz im Beet festgelegt und die Pflanz- oder Aussaatzeiten vermerkt. Anfänger können sich hierfür an einem Musterplan orientieren.

Grundausstattung beschaffen

Für ein rechteckiges Gemüsebeet benötigen Sie einen Spaten, bei harten Böden eine Hacke, Holzpfähle und eine Schnur. Die Holzpfähle dienen zur Markierung der Ecken. Die Schnur wird als Orientierung für klare Beetkanten dazwischen gespannt. Eine bewährte Breite ist 1,20 Meter mit Laufwegen zwischen den einzelnen Beeten. Falls dort Rasen wächst, stechen Sie diesen mit dem Spaten ab. Danach muss die Fläche mit Spaten und Hacke gründlich umgegraben und aufgelockert werden, wobei Steine und Unkraut aussortiert werden. Eine Beeteinfassung ist kein Muss, verhindert aber, dass der Rasen immer wieder ins Beet wächst.

Nicht nur das Gemüse, auch der Boden will gepflegt sein

Der Boden ist eine der wichtigsten Grundlagen für gesundes und ergiebiges Wachstum im Gemüsegarten. Daher sollten Sie bereits während Sie das Gemüsebeet anlegen für ausreichende Nährstoffversorgung sorgen. Mit einer Gründüngung etwa werden gezielt bodenverbessernde Pflanzen angebaut, um vor der Nutzkultur das Beet zu mulchen und die enthaltenen Nährstoffe dem Boden zuzuführen. Alternativ können Sie Kompost in das frisch angelegte Beet einbringen.

Das Gemüsebeet sollte jedoch nicht jährlich umgegraben werden, denn das verschlechtert langfristig die Wasserspeicherung und tötet wichtiges Bodenleben.

Ein Hoch auf gute Nachbarschaft

Wenn Sie das Gemüsebeet gestalten, sind Sie möglicherweise dazu verleitet, ästhetische Gestaltungsideen zu verfolgen. Wichtiger ist allerdings, für gute Nachbarschaft zu sorgen. Blühpflanzen locken Insekten an und gewährleisten die Bestäubung der Gemüsepflanzen. Porree und Sellerie schützen sich gegenseitig vor Schädlingen. Und Schnittlauch hält mit seinem Geruch dem Kohl die Kohlfliege vom Leib. Generell ist Mischkultur empfehlenswert, auch weil durch unterschiedliche Wuchsformen der Platz optimal genutzt werden kann.

Allerdings gibt es auch Pflanzen, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Zwiebeln gefällt es beispielsweise nicht neben Bohnen, da deren Wurzeln Stickstoff abgeben.

Mut bei der Sortenwahl

Wenn Sie im Gartencenter Gemüsepflanzen kaufen, landen Sie leider schnell bei Hybrid-Sorten, die zwar stattliches Gemüse hervorbringen, sich aber nicht weiter vermehren lassen und daher jedes Jahr neu erworben werden müssen. Schauen Sie sich doch lieber mal nach alten Gemüsesorten um. Da finden sich oft wahre Schätze wie bunte Möhren, lilafarbenen Brokkoli oder die sehr geschmacksintensive Wilde Rauke.

Seien Sie kreativ und probieren Sie auch Ihnen unbekannte Gemüsesorten

Fruchtfolge beachten

Das Prinzip der Fruchtfolge sorgt dafür, dass die Gemüsepflanzen nicht jedes Jahr von denselben Schädlingen und Krankheiten heimgesucht werden. Die sind nämlich oft auf einzelne Pflanzen oder Pflanzenfamilien spezialisiert. Wenn die Bepflanzung sich jährlich abwechselt, können überwinternde Schädlinge ausgehungert werden.

Auch zwischen schwach-, mittel- und starkzehrenden Pflanzen sollten Sie variieren, damit der Boden, wenn Sie Gemüse anbauen, nicht zu schnell auslaugt.

Der Gemüsegarten darf auch in die Stadt

Es muss nicht gleich der Landgarten mit riesigen Beeten sein, um einen eigenen Gemüsegarten gestalten zu können. Sie können auch ganz einfach auf dem Balkon Gemüse anbauen oder begrenzten Platz mit einem Hochbeet optimal nutzen. Auch ein Naschgarten im Topf ist möglich. Für den Gemüsegarten gibt es zahlreiche Gestaltungsideen und er kann auf jeden individuellen Standort abgestimmt werden. Ideal sind aber sonnige und windgeschützte Plätze.

Ordnung erleichtert das Gärtnern

Sie sind mit einem perfekt ausgeklügelten Pflanzplan in die Gartensaison gestartet, das Gemüsebeet anzulegen war kein Problem und die Ernte hervorragend? Super, doch verlieren Sie jetzt nicht den Überblick! Nur allzu leicht vergisst man über den Winter, wo welche Sorte gewachsen ist und schon ist die Fruchtfolge verpatzt. Machen Sie besser Notizen, um fürs nächste Jahr wieder perfekt vorbereitet zu sein. Gleiches gilt für selbstgeerntete Samen, die man besser beschriften sollte. Ist dann noch das Gartenwerkzeug sicher verstaut, kann nichts mehr schiefgehen, wenn Sie im nächsten Jahr wieder den Gemüsegarten bepflanzen.

Ein Gemüsebeet braucht keinen Winterschlaf

Echte Gärtnerinnen und Gärtner liegen auch im Winter nicht auf der faulen Haut. Gemüse im Garten anbauen geht auch im Winter, solange es frosthart ist. Wintergemüse hat eine große Vielfalt zu bieten, darunter alle möglichen Wurzelgemüse, von Pastinake bis Rote Bete, Kohlarten oder Blattsalate wie Feldsalat und Winterkresse. Vieles davon kann wunderbar verarbeitet und eingelagert werden. Nicht wenige Gemüsepflanzen können zudem schon ab Februar auf der Fensterbank oder im Frühbeet vorgezogen werden.

Und zu guter Letzt: einfach loslegen!

Ja, einige Vorüberlegungen sind zum Gemüsegarten planen schon nötig. Aber niemand wird sofort mit einer perfekten Gartengestaltung durchstarten. Deshalb nützt es nichts, sich den Kopf zu zerbrechen. Fangen Sie klein an: Salat, Karotte und Radieschen sind pflegeleichte Gemüse für Anfänger. Denn wenn das Gärtnern Spaß macht, schmeckt auch das Gemüse!

„10 Tipps zum Gemüsebeet anlegen“ ist ein Gastbeitrag der GartenFlora – der Zeitschrift für Gartenfreunde. Weitere spannende Beiträge rund um die Themen Gartengestaltungs- und Dekorationsideen sowie hilfreiche Anwendungstipps zum Pflanzen und Ernten finden Sie auf www.gartenflora.de.

Bildnachweise im Beitrag „Gemüsebeet anlegen“: Beitragsbild: AdobeStock_204601530, Artikelbilder: AdobeStock_218038929, AdobeStock_186716757

TOMATENSAMEN SELBST VERMEHREN

Tomaten können eine fantastische Köstlichkeit sein. Leider aber schmecken sie oft enttäuschend wässrig, ohne Süße und Aroma – und zwar nicht nur die Supermarkt Tomaten aus den Treibhäusern dieser Welt sondern manchmal die Tomate aus dem liebevollen Eigenanbau. Unser Tipp: Erntet die Tomatensamen von der roten Tomate, die euch super schmeckt! Natürlich muss sie samenfest sein, damit die Tomaten der nächsten Generation ebenso lecker sind wie die der Elterngeneration.

Wie könnt ihr wissen, ob die Tomate, die ihr gerade esst, aus einer samenfesten Sorte stammt? Bei Tomaten aus dem Supermarkt oder Bio-Laden gibt es dazu leider keine Garantie. Ganz bestimmt samenfest ist aber unser Saatgut bei STADT LAND blüht. Mit unseren Lieblingen, der Tomate Zuckertraube und der Roma-Tomate San Marzano fahrt ihr also immer gut.Auch bei alte Sorten könnt ihr euch sicher sein, denn die gibt es nicht in hybriden Versionen. Bei der eigenen Ernte vom Balkon oder aus dem Garten solltet ihr also überlegen, woher ihr die Pflanzen oder Samen habt und am besten schon beim Pflanzen die Sorte aufschreiben. Die wiederum könnt ihr leicht nachrecherchieren. Und sobald ihr ein F1 findet, Finger weg! Falls ihr herrlich schmeckende Tomaten vom Nachbarn bekommt, dann fragt einfach, ob sein ach so köstliches Nachschattengewächs von einer saatgutfesten Pflanze stammt. Und wenn euch verständnislos ansieht, dann klärt ihn bei der Gelegenheit über die Bedeutung von samenfesten Sorten auf. Nach dem kulinarischen Genuss hebt ihr einfach Tomatensamen auf und freut euch im Folgejahr erneut über diese herrlich süßen und roten Cocktailtomaten. Wie genau diese eigene Vermehrung von Tomaten geht und auch gelingt, erklären wir euch hier.

Samenfeste Tomaten-Sorten

Aus dem Tomate-Samen von samenfesten Sorten wachsen im Folgejahr Tomaten heran, die dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze aufweisen. Die Tomaten sind dann also genauso aromatisch süß wie die, die ihr gerade gegessen habt. Im Gegensatz dazu sind die meisten Tomaten von den im konventionellen Handel erhältlichen Tomatenpflanzen oder Tomatensamen sogenannte F1-Hybride. Deren Samen keimen eventuell gar nicht, weil sie steril sind oder aber sie bilden Tomaten mit vielleicht anderen, unvorhersehbaren Eigenschaften aus.

Unsere STADT LAND blüht-Saatgut ist selbstverständlich besonders lecker, samenfest, biozertifiziert und in unserem Shop erhältlich. Wenn euch also unseren Tomaten gut schmecken, dann könnt ihr eure eigenen Tomatensamen ernten und so eure Lieblingstomaten jederzeit selbst vermehren.

Tomatensamen ernten

Ihr wisst, dass euch die Tomaten von einer bestimmten samenfesten Sorte gut schmecken? Um so besser, dann könnt ihr aus den schönsten Tomaten eure Samen ernten. Solltet ihr bei einer belieben Gelegenheit eine unerwartet fantastische Tomate im Mund haben, dann handelt spontan und spuckt die Kerne hurtig aus statt sie zu zerkauen! In einer leckeren Tomate liegen bist zu 40 Samen, so dass eine einzige Delikatesse im Folgejahr zu langanhaltender Freude führen kann. Aber nun zur sauberen Tomatensamen-Ernte: Es gibt es zwei Varianten um Tomaten-Samen zu gewinnen, selbst erprobt haben wir jedoch nur die Folgende:

Die einfache Ernte von Tomaten-Samen

  • erntet reife, gesunde Tomaten
  • schneidet die Tomaten auf
  • holt mit einem Löffel die kleinen weißen Samen mit dem Fruchtfleisch heraus
  • gebt die Samen in eine Schüssel und reibt sie zwischen den Fingern sauber
  • spült  die Tomatensamen unter fließendem Wasser in einem Sieb ab

Die Ernte von Tomaten-Samen per Nassgärung

Eine weitere Methode, die die anschließende Keimdauer verkürzen soll, haben wir für euch recherchiert. Hier wird die keimhemmende Schicht zerstört, und die Samen gehen so schneller auf. Ein kleiner Nachteil soll die geringe Haltbarkeit der Tomatensamen sein. Probiert doch beide Methoden mal aus und berichtet uns – wir freuen uns über euer Feedback!

  • erntet reife, gesunde Tomaten
  • schneidet die Tomaten auf
  • gebt die Samen mit dem Fruchtfleisch in ein Glas Wasser
  • rührt ein wenig um und deckt das Glas mit einer Folie oder einem Unterteller ab
  • stellt das Glas an einen warmen Ort, am besten um die 20°C
  • nach ein paar Stunden fängt die Mischung an zu gären und die Samen sinken langsam zu Boden
  • rührt jeden Tag die Mischung einmal durch
  • nach spätestens 3 Tagen spült ihr die Samen in einem Sieb sauber

Tomatensamen trocknen und lagern

Nachdem ihr die Samen sauber abgespült habt, müssen sie getrocknet werden. Am besten gelingt das auf einem Küchenhandtuch oder einem Holzbrett, denn auf Küchenpapier verkleben sie oft. Die Tomatensamen sollten einzeln liegen und bei normaler Raumtemperatur sind sie in rund 3 Tagen trocken.
Zum Aufbewahren finden wir Papiertütchen oder Briefumschläge super, weil darin eine eventuelle Restfeuchte entweichen kann. Oder ihr nehmt saubere Gewürz- oder Marmeladengläser.
Weil Tomaten-Samen mindestens 5 Jahre haltbar und keimfähig sind, solltet ihr eure Tütchen oder Gläser mit dem Erntedatum beschriften. Gut ist es auch, die Sorte zu nennen, sofern ihr sie kennt oder alternativ die tollen Eigenschaften aufzuführen, die diese Tomaten auszeichnen.

Selbst geerntete Tomatensamen aussäen

Nach einem knappen halben Jahr könnt ihr die eigene Samenernte schon einsetzen. Ab Februar nämlich geht es los mit der Anzucht von Tomatenpflanzen auf der Fensterbank. In unserer  Anleitung für das Aussäen von Tomaten und unseren Tipps zur erfolgreichen Aussaat könnt ihr Schritt für Schritt nachlesen, wie ihr die Tomaten-Samen am besten herzieht. Wenn ihr dann kleine, gesunde Pflänzchen herangezogen habt, dann folgt unseren wichtigsten 5 To Dos für eine üppig Ernte.

Tomaten durch Stecklinge vermehren

In unseren Pflege-Empfehlungen für eine gute Ernte heißt es unter anderem, dass ihr die sogenannten Geiztriebe an den Blattachseln auszwicken sollt. Das sind meist kräftige Triebe. Diese einfach auf den Kompost zu werfen, kann unsere Gärtnerherzen sehr schmerzen. Eine schöne Alternative ist es, die gesunden Triebe zur Stecklingsvermehrung zu nutzen. Und so geht’s:

  • nach dem Ausgeizen sucht ihr die kräftigsten Triebe aus, sie sollten mind. 10 cm lang sein
  • schneidet die Triebe schräg an und entfernt alle unteren Blätter – nur die oberen Blätter bleiben dran
  • steckt die so vorbereiteten Triebe zu 2/3 in kleine Töpfe mit frischer Erde
  • alternativ könnt ihr sie auch in ein Glas Wasser stellen und ihnen bei der Bewurzelung zusehen
  • stellt die Töpfe an einen warmen, halbschattigen Ort
  • haltet die jungen Triebe schön feucht  – nach einer Woche haben sie schon kleine Wurzeln gebildet
  • kurz darauf können sich die jungen Pflänzchen sich zu den anderen Tomatenpflanzen in die Sonne gesellen, bleiben aber noch ein Weilchen im Topf
  • nach ein paar Wochen könnt ihr die jungen Tomatenpflanzen an ihrem Standort einpflanzen

Herkunft und Geschichte der Tomate

Sinnverwirrend, gefährlich, herrlich: Der Tomate wurde viel nachgesagt. Das geheimnisvolle Nachtschattengewächs kam über viele Umwege von Mittel- und Südamerika nach Südeuropa und von dort erst nach Nordamerika. Es soll Christoph Kolumbus gewesen sein, der einige Tomatenpflanzen mitbrachte. In Portugal und Spanien fanden sie ähnlich warmes Klima wie in ihrer Heimat vor und gediehen gut.

Gefährliche, herrliche Tomate

Obwohl frühe Hochkulturen wie die Mayas und die Azteken die Tomate seit Jahrtausenden als Nahrungsmittel kultivierten, wurden sie in Europa zunächst als Zierpflanzen angebaut. Man fürchtete die den Tollkirschen ähnelnden Früchte und sagte ihnen auch sinnverwirrende, aphrodisierende Eigenschaften zu – daher auch die Namensvarianten wie Paradeiser in Österreich oder pomme d’amour in Frankreich.

Die Italiener scheinen die Ersten gewsen zu sein, die die Tomate als Nahrungsmittel adoptieren und ihren Wohlgeschmack in vielerlei Rezepten festhielten. Nicht zuletzt führte die Erfindung der Pizza dazu, dass die Tomate dann Anfang des 20. Jahrhunderts im wahrsten Sinne in aller Munde war. In Nordamarika verdankt sie ihre Popularität eher dem Ketchup heißt es. Heute ist die Tomate aus keiner Küche mehr wegzudenken. Ihre Beliebtheit führte zu vielen neuen Anbaumethoden und Züchtungen, die oft zu Lasten des Geschmacks gingen. Mit der Rückbesinnung auf alte Sorten kommen die herrlichen Tomaten zurück auf unseren Tisch.

In unserer grünen Box im Abo (Versand Mitte Februar) bieten wir jedes Jahr eine unserer Tomaten-Favoriten an. Zum Beispiel San Marzano, die sehr fruchtige, längliche Tomaten ausbildet. Oder Zuckertraube, süß-aromatische kleine rote Cocktailtomaten. In unserem Shop findet ihr davon einzelne  Saatgut-Tütchen, die wir euch per Post senden. Alternativ gibt es unsere Tomaten-Samen jedes Jahr ab Januar in der Bio Saatgut-Box Gemüse im dm drogeriemarkt zu kaufen.

 

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