Gute Vorbereitung ist die halbe Miete – auch beim Gemüsebeet

Bevor Sie ein Gemüsebeet anlegen, sollte eine gute Planung der Umsetzung vorausgehen. Was erwarte ich mir von meinem Nutzgarten? Was schmeckt mir? Wieviel kann ich wirklich verwerten?

Zur Beetplanung eignet sich eine Skizze, in der die Maße festgelegt werden. Ein Pflanzplan hilft dabei, Übersicht zu gewinnen. Dort werden alle gewünschten Gemüsesorten gelistet, ihr idealer Platz im Beet festgelegt und die Pflanz- oder Aussaatzeiten vermerkt. Anfänger können sich hierfür an einem Musterplan orientieren.

Grundausstattung beschaffen

Für ein rechteckiges Gemüsebeet benötigen Sie einen Spaten, bei harten Böden eine Hacke, Holzpfähle und eine Schnur. Die Holzpfähle dienen zur Markierung der Ecken. Die Schnur wird als Orientierung für klare Beetkanten dazwischen gespannt. Eine bewährte Breite ist 1,20 Meter mit Laufwegen zwischen den einzelnen Beeten. Falls dort Rasen wächst, stechen Sie diesen mit dem Spaten ab. Danach muss die Fläche mit Spaten und Hacke gründlich umgegraben und aufgelockert werden, wobei Steine und Unkraut aussortiert werden. Eine Beeteinfassung ist kein Muss, verhindert aber, dass der Rasen immer wieder ins Beet wächst.

Nicht nur das Gemüse, auch der Boden will gepflegt sein

Der Boden ist eine der wichtigsten Grundlagen für gesundes und ergiebiges Wachstum im Gemüsegarten. Daher sollten Sie bereits während Sie das Gemüsebeet anlegen für ausreichende Nährstoffversorgung sorgen. Mit einer Gründüngung etwa werden gezielt bodenverbessernde Pflanzen angebaut, um vor der Nutzkultur das Beet zu mulchen und die enthaltenen Nährstoffe dem Boden zuzuführen. Alternativ können Sie Kompost in das frisch angelegte Beet einbringen.

Das Gemüsebeet sollte jedoch nicht jährlich umgegraben werden, denn das verschlechtert langfristig die Wasserspeicherung und tötet wichtiges Bodenleben.

Ein Hoch auf gute Nachbarschaft

Wenn Sie das Gemüsebeet gestalten, sind Sie möglicherweise dazu verleitet, ästhetische Gestaltungsideen zu verfolgen. Wichtiger ist allerdings, für gute Nachbarschaft zu sorgen. Blühpflanzen locken Insekten an und gewährleisten die Bestäubung der Gemüsepflanzen. Porree und Sellerie schützen sich gegenseitig vor Schädlingen. Und Schnittlauch hält mit seinem Geruch dem Kohl die Kohlfliege vom Leib. Generell ist Mischkultur empfehlenswert, auch weil durch unterschiedliche Wuchsformen der Platz optimal genutzt werden kann.

Allerdings gibt es auch Pflanzen, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Zwiebeln gefällt es beispielsweise nicht neben Bohnen, da deren Wurzeln Stickstoff abgeben.

Mut bei der Sortenwahl

Wenn Sie im Gartencenter Gemüsepflanzen kaufen, landen Sie leider schnell bei Hybrid-Sorten, die zwar stattliches Gemüse hervorbringen, sich aber nicht weiter vermehren lassen und daher jedes Jahr neu erworben werden müssen. Schauen Sie sich doch lieber mal nach alten Gemüsesorten um. Da finden sich oft wahre Schätze wie bunte Möhren, lilafarbenen Brokkoli oder die sehr geschmacksintensive Wilde Rauke.

Seien Sie kreativ und probieren Sie auch Ihnen unbekannte Gemüsesorten

Fruchtfolge beachten

Das Prinzip der Fruchtfolge sorgt dafür, dass die Gemüsepflanzen nicht jedes Jahr von denselben Schädlingen und Krankheiten heimgesucht werden. Die sind nämlich oft auf einzelne Pflanzen oder Pflanzenfamilien spezialisiert. Wenn die Bepflanzung sich jährlich abwechselt, können überwinternde Schädlinge ausgehungert werden.

Auch zwischen schwach-, mittel- und starkzehrenden Pflanzen sollten Sie variieren, damit der Boden, wenn Sie Gemüse anbauen, nicht zu schnell auslaugt.

Der Gemüsegarten darf auch in die Stadt

Es muss nicht gleich der Landgarten mit riesigen Beeten sein, um einen eigenen Gemüsegarten gestalten zu können. Sie können auch ganz einfach auf dem Balkon Gemüse anbauen oder begrenzten Platz mit einem Hochbeet optimal nutzen. Auch ein Naschgarten im Topf ist möglich. Für den Gemüsegarten gibt es zahlreiche Gestaltungsideen und er kann auf jeden individuellen Standort abgestimmt werden. Ideal sind aber sonnige und windgeschützte Plätze.

Ordnung erleichtert das Gärtnern

Sie sind mit einem perfekt ausgeklügelten Pflanzplan in die Gartensaison gestartet, das Gemüsebeet anzulegen war kein Problem und die Ernte hervorragend? Super, doch verlieren Sie jetzt nicht den Überblick! Nur allzu leicht vergisst man über den Winter, wo welche Sorte gewachsen ist und schon ist die Fruchtfolge verpatzt. Machen Sie besser Notizen, um fürs nächste Jahr wieder perfekt vorbereitet zu sein. Gleiches gilt für selbstgeerntete Samen, die man besser beschriften sollte. Ist dann noch das Gartenwerkzeug sicher verstaut, kann nichts mehr schiefgehen, wenn Sie im nächsten Jahr wieder den Gemüsegarten bepflanzen.

Ein Gemüsebeet braucht keinen Winterschlaf

Echte Gärtnerinnen und Gärtner liegen auch im Winter nicht auf der faulen Haut. Gemüse im Garten anbauen geht auch im Winter, solange es frosthart ist. Wintergemüse hat eine große Vielfalt zu bieten, darunter alle möglichen Wurzelgemüse, von Pastinake bis Rote Bete, Kohlarten oder Blattsalate wie Feldsalat und Winterkresse. Vieles davon kann wunderbar verarbeitet und eingelagert werden. Nicht wenige Gemüsepflanzen können zudem schon ab Februar auf der Fensterbank oder im Frühbeet vorgezogen werden.

Und zu guter Letzt: einfach loslegen!

Ja, einige Vorüberlegungen sind zum Gemüsegarten planen schon nötig. Aber niemand wird sofort mit einer perfekten Gartengestaltung durchstarten. Deshalb nützt es nichts, sich den Kopf zu zerbrechen. Fangen Sie klein an: Salat, Karotte und Radieschen sind pflegeleichte Gemüse für Anfänger. Denn wenn das Gärtnern Spaß macht, schmeckt auch das Gemüse!

“10 Tipps zum Gemüsebeet anlegen” ist ein Gastbeitrag der GartenFlora – der Zeitschrift für Gartenfreunde. Weitere spannende Beiträge rund um die Themen Gartengestaltungs- und Dekorationsideen sowie hilfreiche Anwendungstipps zum Pflanzen und Ernten finden Sie auf www.gartenflora.de.

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